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Messen bei Höchstgeschwindigkeiten

Neuer Empfänger von Willtek ermöglicht schnelle Messungen von HF-Kanälen

Ismaning/Chessington, 30. Oktober 2002 - Willtek Communications erweitert die Griffin-Serie von Hochfrequenz-Empfängern (HF) um den Up-Converter für den Frequenzbereich von 300 bis 500 Megahertz. Das Messgerät erleichtert es, die neuen HF-Funksysteme zu planen, zu installieren und den Betrieb sicherzustellen, wie etwa TETRA (Terrestrial Trunked Radio), CDMA450 (Code Division Multiple Access) oder analog Bahnfunk / GSM-R (Global System for Mobile Communications Railway). Diese Netzwerke werden derzeit in großem Umfang installiert. Aus dem fahrenden Fahrzeug heraus können Techniker mit dem Griffin auf mehreren Kanälen Feldstärkemessungen durchführen. Dabei können Anwender mehr als 25 Kanäle bei Fahrtgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometer pro Stunde abtasten. Zudem werden die „Lee-Kriterien“ (36 Messungen auf jeder Frequenz innerhalb von 40 Lambda) für gültige lokale Messungen der Durchschnittsstärke von HF-Signalen eingehalten.

„Unser erster Feldtest mit einem Kunden in England zeigte die Leistungsfähigkeit dieser Griffin Lösung“, sagt Günther Klenner, Product Marketing Manager bei Willtek. „Unser Partner, der die Abdeckung auf bis zu 36 TETRA Kanälen nachzuweisen hat, war so begeistert, dass er uns sofort um eine Verlängerung der Tests bat.“

Das HF-Signalverhalten zu kennen, ist in allen Phasen eines Netzwerkes wichtig. Beim Beginn der Netzeinführungen wird mit solchen Messungen das HF-Modell für den geplanten Einsatzort der Basisstation kalibriert, um so die optimale Position von Basisstationen zu bestimmen. Damit können Netzwerkbetreiber  die bestmögliche Netzabdeckung an allen Standorten im Zielbereich sicherstellen. Wenn das Netz in Betrieb geht oder ist, müssen die Betreiber es auf Lücken im Versorgungsbereich und auf Übereinstimmung mit Lizenzbedingungen überprüfen.

Standardmäßig ermöglicht der Griffin-Empfänger von Willtek schnelle Messungen in den Frequenzbändern von 800 bis 1000 Megahertz (zum Beispiel GSM 900, GSM-R) und 1700 bis 2000 Megahertz (zum Beispiel GSM 1800). Durch den Up-Converter wird ein weiteres Frequenzband von 300 bis 500 Megahertz (zum Beispiel TETRA, CDMA450, analog Bahnfunk) hinzugefügt. Aufgrund der Abtastrate von 1000 Kanälen und 100.000 Messungen pro Sekunde können Techniker mehrere Mobilfunk-Kanäle im Vorbeifahren messen.

Die Messdaten des Griffin können zusammen mit der Willtek-Software Hindsite topografische Kartendetails überlagern und mit den Werten des HF-Modells vergleichen. Das Verhältnis von tatsächlicher Feld- und voraus berechneter Signalstärke für die Funkabdeckung gewährleistet hohe Qualität innerhalb der Netztopologie.

,„Der breite direkte Dynamikbereich des Griffin Empfängers von 80 Dezibel und die Messgenauigkeit von ±1 Dezibel sorgen für Sicherheit bei HF-Kanalmessungen“ sagt Günther Klenner. „Dadurch stellt der Betreiber die vollständige Netzabdeckung und ein optimale Versorgungsqualität sicher. Außerdem gehen die Netze schneller in Betrieb, da die notwendigen Nachweis-Messungen rascher durchgeführt werden.“

Anwender können den neuen 300 bis 500 Megahertz Up-Converter einfach mit dem Griffin-Empfänger von Willtek verbinden. Dadurch können HF-Planungs- und Technikgruppen bei Netzbetreibern und Installationsteams Kanalsignale schneller und genauer messen. Zugleich sinken die Investitionen der Netzbetreiber, da bei kalibrierten Modellen weniger Basisstationen erforderlich sein werden und die Funknetze schneller in Betrieb gehen können.

Das kompakte Gerät steckt in einem robusten Metallgehäuse und wiegt nur 3,3 Kilogramm. Mit diesem leichten Gerät können Techniker Tests zur Netzabdeckung bis zu zehn Stunden in Gebäuden und im Freien zu Fuß durchführen. Für UMTS-Frequenzbänder ist ein eigenes Modul für den Griffin-Empfänger von Willtek verfügbar. Die Griffin-Produktfamilie ist damit fit für alle modernen Mobilfunknetze.

Hinweise für Redakteure

Im Frequenzbereich von 300 bis 500 Megahertz werden gegenwärtig in ganz Europa neue Funksysteme eingeführt. Durch die verwendeten komplexen Modulationsmerkmale wird es zunehmend schwieriger, Signalstärken und demzufolge die Netzabdeckung korrekt vorherzusagen. Dies gilt für sicherheitskritische Systeme in Transportsignalnetzen wie GSM-R in Kombination mit vorhandenen analogen Bahnfunk sowie für Rettungsdienste (Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen usw.) unter Verwendung von TETRA. Dadurch liegt der Schwerpunkt noch stärker auf einer exakten HF-Modellierung, um die Netzabdeckung im Voraus zu berechnen und den dann folgenden Tests der tatsächlichen Signalstärken im Feld. Denn eine Funkverbindung kann zum lebensrettenden Faktor werden.

Bei CDMA-Systemen zeigt die Erfahrung in den USA, dass eine falsch positionierte Basisstationen auf Grund einer unzureichenden Modellierung oder Kanalcharakterisierung zu Störungen des Pilotsignals führen kann. Dadurch kann es zu Problemen beim Zellenübergabe kommen, was den Verlust von Verbindungen und unzufriedene Anwender zur Folge hat. CDMA 450 ist ein IMT-2000 (3G)-Standard.

Die Lee-Kriterien für das Messen der lokalen Durchschnittsstärke eines Mobilfunksignals stammen aus einer von William C.Y. Lee 1985 durchgeführten Untersuchung. Seine Schlussfolgerungen zur Anzahl der Abtastungen und die der Wellenlängen, über welche diese gemessen werden sollten, wurden branchenweit übernommen. Zu diesem Thema ist ein White Paper verfügbar.

Eisenbahner verwenden gegenwärtig zwei Systemtypen: analoger Bahnfunk im Bereich von 300 bis 500 Megahertz, die von Land zu Land unterschiedlich sind und das neue digitale GSM-R im 900 Megahertz Bereich. Der Griffin mit Up-Converter deckt beide Bereich ab, wodurch mit einem Instrument die Überprüfung der Netzabdeckung möglich ist.


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